Neue Galerie Berlin zu Besuch bei

Lightcatcher

 

In der letzten Woche war Tanja von Unger von der NEUE GALERIE BERLIN zu Besuch bei Lightcatcher in den Dolomiten. Begleitet wurde sie von einem Kamerateam vom Sender WDR für einen Beitrag von “WDR Weltweit”.

Lightcatcher ist ein Projekt des Fotografen und Kameramanns Kurt Moser. Um einen ganz besonderen Blick auf die Dolomiten zu schaffen, nutzt Moser eine Technik, die aus den Anfängen der Fotografie stammt: Ambrotypie. Dabei werden edle schwarze Cathedral-Glasplatten mit einer selbstgemischten Kollodium-Emulsion beschichtet, in einem Silberbad sensibilisiert und in einer großformatigen Balgenkamera belichtet. Anschließend werden die Aufnahmen in noch nassem Zustand in einer Dunkelkammer entwickelt, fixiert und mit wohlriechendem Lavendelöl und Sandarakharz versiegelt.
Die silbern schimmernden Glasplatten sind Positive und damit Einzelstücke. Ein mit Ambrotypie erzeugtes Bild kann weder kopiert oder vervielfältigt, noch verkleinert oder vergrößert werden. Jede Glasplatte ist ein unwiederholbares Unikat. Die Reaktion der chemischen Bestandteile ist unvorhersehbar und jedes Mal anders, Abweichungen sind unvermeidbar. Dadurch sind diese Bilder ästhetisch einzigartig, ähnlich menschlicher Fingerabdrücke. Und: Es entstehen Bilder, die bleiben.

Und genau darum geht es: Kurt Moser möchte bleibende Werte erzeugen. Es geht ihm darum, sich von der globalen digitalen Pixelzählmanie zu distanzieren, echte Handarbeit zu leisten, etwas Dauerhaftes, Unfassbares, Echtes, Schönes zu schaffen.

Die NEUE GALERIE BERLIN wird in Zukunft Lightcatcher beratend zur Seite stehen und bei der Umsetzung des Projekts behilflich sein.

 

 



Über Kurt Moser

 

Kurt Moser, Fotograf und Kameramann aus Südtirol, hat 30 Jahre für die wichtigsten, internationalen Fernsehanstalten mit den Schwerpunkten Berichterstattung und Dokumentation gearbeitet.

Ein professioneller Globetrotter, in der Welt zu Hause, immer wieder unterwegs in Afghanistan und dem Iran, in Israel oder Australien. Einer, der die Savanne Westafrikas ebenso kennt wie Patagonien und die Magellanstraße. Einer, der den Balkan-Krieg in all seiner Grausamkeit erlebt hat, der in die Erdlöcher der Goldsucher in der Sahara gekrochen und in Kolumbien auf die Spu- ren der Drogenkartelle gegangen ist. Der nicht nur Staatschefs und Filmstars auf die ihm eigene Art porträtiert hat, sondern auch Guerilleros und Gangster. Seine Kamera hat die Angst in den Augen von Schwammtauchern in der Ägäis fest- gehalten, aber auch die Seligkeit von Perlensuchern in der Südsee – und immer wieder Gesichter. Porträts von Menschen, so könnte man Kurt Mosers künstlerische Leidenschaft beschreiben.

Als Kontrast zur Flüchtigkeit der gesendeten Fernsehbilder versucht er mit diesem Projekt nun, hinter die Kulissen des Mediums Fotografie zu sehen, zu den Anfängen zurückzugehen, sich Zeit zu nehmen für das Wesentliche und dies nun in Unikaten, die nicht zu vervielfältigen sind – in beeindruckend großen „Fine Art Photos“ darzustellen und zu verewigen.

Kurt Moser faszinieren seine Berge, die Südtiroler Dolomiten, und die Menschen, die dort leben.

„Ich möchte die Dolomiten ins richtige Licht setzen. Ich habe ewig nach einer Technik gesucht, welche es mir ermöglicht, die Berge so abzubilden, wie ich sie sehe und emp nde. Das Kollodiumverfahren erlaubt mir diese sehr subtile Bildsprache, die Präsentation auf edlem Glas und das damit verbundene haptische Erlebnis.

Ebenso wie die Dolomiten fasziniert mich die in dieser Form wohl nicht mehr lange existierende Generation der Bergbauern. Gesichter, welche es in Zukunft so nicht mehr geben wird. Gekennzeichnet von Arbeit, Entbehrung und harten Lebensumständen, ehrliche Gesichter mit wahren Geschichten.“

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